EIN MÄDCHEN DIESER ERDE

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Die Geschichte, das Glück und das Unglück, die Freude und das Elend des Kindes im Film
 
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 Sabine Kleist, 7 Jahre

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Old Rein
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BeitragThema: Sabine Kleist, 7 Jahre   So Jan 23, 2011 8:19 am

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DDR, 1982

DVD
WideScreen


Sabines Eltern sind tot; nun verlaesst selbst "ihre" Kindergaertnerin das Heim.  

Sabine fuehlt sich ungeliebt und ausgestossen und rennt weg.  Doch in besonders ausweglosen Situationen bei ihren Erlebnissen in Ostberlin erinnert sie sich immer wieder an die letzten Worte ihrer Kindergaertnerin "Ich habe dich immer noch lieb".  Bei ihren Abenteuern lernt sie, dass sie nicht die einzige in der Welt ist, die alleine und einsam ist; andere Menschen haben gleiche oder aehnliche Probleme und versuchen, damit zu leben.  

Sabine lernt auch, diesen Menschen auf ihrem einsamen Troedel Mut zu geben, was wiederum ihr selbst zugute kommt.  

Ein kleiner Junge sitzt elternlos auf einer Bank. Es versteht kein Deutsch.  

Klein-Sabine versucht es mit gebrochenem Russisch.  Doch der Junge versteht kein Wort; er ist Pole.  Auch die russischen Besatzer verstehen ihn nicht.  

Sabine nimmt ihn an der Hand und muntert ihn erst einmal auf.  Mit Brunnenwasser.

Dann liefert sie den Jungen bei der Polizei ab.  Natuerlich nicht sich selbst, obwohl sie von der Polizei ueberall gesucht wird.

Sabine gelangt sogar auf einen Ausflugsdampfer und lernt dort Kinder kennen, die alle nur jeweils ein Elternteil haben.

An einem Badestrand freundet sich Sabine mit einer anderen Familie an und wird herzlich in deren Kreis aufgenommen.  

Als sich diese am Abend verabschieden, fordern sie Sabine auf, nun doch besser auch wieder zu ihren Eltern zu gehen.  Sie wissen ja nicht....

Nun ist Sabine wieder voellig alleine.

In einem Abrissviertel findet Sabine eine Puppe und Unterschlupf fuer die Nacht.  

Doch sie muss sich vorsehen.  

Ein Gebaeude ihr gegenueber wird in die Luft gesprengt.  Dies ist kein sicherer Platz!

Das bemerkt sie am naechsten Tag und verschwindet ganz rasch aus "ihrer Wohnung".

Sabine hat Hunger.  Und in einem Geschaeft wird gedacht, dass sie stehlen will.  Doch Sabine kann bezahlen.  Sie ist keine Diebin.

Sie hat nun genug erlebt, hat gesehen, wie das Leben lang geht und stellt sich bei der Volkspolizei.  

"Wir haben die Kleine, die Sabine Kleist!", berichtet der Polizist an die Zentrale.  Sabine denkt, sie hoert nicht recht:  "Ich habe mich selber gestellt!"

Am Ende ist Sabine um wichtige Lebenserfahrungen reicher und wird die Kraft haben, das Leben im Kindergarten von nun an wieder zu meistern.



Man erwarte von Petra Laemmel (Sabine Kleist) keine Shirley Temple oder Sarah Polley, die geborene Schauspielerinnen sind.  Petra Laemmel ist ein Kind, das mit Saetzen gefuettert wird, bevor es eine Szene spielt.  Es bedarf einiger Geduld, um sich in die etwas manchmal langsamen Reaktionen hineinzuversetzen.  Heute sind wir nur noch Schlagworte, schnelle Saetze, schnelle Reaktionen und schnelle Filmcuts gewoehnt.  "Sabine Kleist" hat das noch nicht.  Aber wenn man das von vornherein weiss, dann wird es gelingen, mit dem nicht theatralischen Spiel des Kindes in der Grossstadt mitzufuehlen.

Man ist gespannt, wem sie als Naechstes in der Stadt begegnen und was sie mit ihm erleben wird.  Downtown Ostberlin 1982 um den Alex ist nicht schoengemalt worden; man sieht Hausfassaden, die noch Kriegsschaeden aufweisen; an einer Zimmerwand sind Kindermalereien: Herr Fuchs, Sandmaennchen und Pittiplatsch; aber auch Wim Toelkes Hund Wum und Donald Duck.  Somit ist der Film auch dokumentarisch wertvoll.  Das Kameraauge zeigt uns sogar 5 Minuten lang eine christliche Kirche von Innen.

"Sabine Kleist" verbindet eine oft triste Lebenszeit der Menschen vor inzwischen vielen Jahren in der DDR mit dokumentarischer Ehrlichkeit.  

Ein Wort noch zu der Filmmusik.  Sie ist ein Armutszeugnis fuer die ehemalige DDR.  Sie sollte umgehend ersetzt werden.  Das wuerde dem Gesamteindruck des Films sehr zugute kommen.

Ich musste etwas lachen, als bei einer Beerdigungsprozession Chopins Beerdigungsmarsch gespielt wird.  Das muss wohl wirklich so gewesen sein!?  

In den USA wird diese Musik nur zu Traueranlaessen in Cartoons gespielt.  Deswegen mein Lachen, das nun auf diese Weise zu sehen bei einer wirklichen Beerdigung.  Ein Glueck, dass ich dort nicht habe beisein muessen.

Jedoch insgesamt gesehen:  Diese Geschichte ist ein weiterer Edelstein in unserer Sammlung wertvoller und unterhaltsamer Filme mit Kindern, die ueber deren Leben und Schicksale berichten.


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Sabine Kleist, 7 Jahre
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