EIN MÄDCHEN DIESER ERDE

EIN MÄDCHEN DIESER ERDE

Die Geschichte, das Glück und das Unglück, die Freude und das Elend des Kindes im Film
 
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Old Rein
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BeitragThema: Kommentare   Mo Jan 24, 2011 5:33 am

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Ich habe gerade Teil 1 gesehen. Sehr bedrückend der Film, aber das war ja zu erwarten.
Ich finde, der Kontrast zwischen dem relativ glücklichem Leben am Anfang und dem immer schlimmer werdenden Bedingungen kommt gut rüber. Auch wenn die Mutter ihre Lage ja noch nicht so wahrhaben will.

(stjärnfall)

Die Mutter scheint sowieso ein Fall fuer sich zu sein, nicht wahr?

Sie ist doch sehr in sich selbst gekapselt. Sie ist niemals so richtig lieb zu eigentlich niemandem. Als sie dann auf einmal in einer der letzten Szenen im 1. Teil vollkommen ausschnappt, weil ein Deutscher ihr Haus preiswert uebernehmen will, kann man es gut nachvollziehen, dass sie so total ausflippen wuerde und den Mann 'rausschmeisst.

Der Vater von Janina ist nun genau das menschliche Gegenteil seiner Frau. All die Zuneigung, die Janina nicht von ihrer Mutter erhaelt, gibt ihr der Vater. Wie Mutter und Vater je zueinander gefunden haben, um ein Paar zu werden, wird wohl immer ein Raetsel bleiben. Aber ist es nicht oft so im Leben?! Man merkt erst Jahre nach der Heirat, wie verschieden man tatsaechlich ist und wie man doch wirklich garnicht so richtig zueinander passen tut.

Vater meldet sich als Freiwilliger in den Krieg. Wie er sich zu dieser Entscheidung druchgerungen hat, wird uns im Film nicht gesagt. Sicher war es teils, weil er sein Vaterland verteidigen wollte. Aber man kommt auch recht leicht zu der Annahme, dass er sich an einem Ort beweisen will, wo man ihn akzeptiert. Denn die eigene Frau hat zwar selbst Beduerfnisse, kann aber von sich selbst nichts geben. Nicht einmal Liebe.

Janina in ihren glücklichen Jahren

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(Old Rein)

Für mich war der erste Teil heute ganz neu. Obwohl ich dachte, ich kenne die Serie, hab' ich wohl immer erst ab dem 3. Teil geguckt. Darum kannte ich Janinas glückliches Leben vor dem Krieg noch nicht. Schön wie sie glücklich durchs Leben hüpft und dann auf einmal das ganze Gegenteil; alles was dann passiert kann sie nicht verstehen.

Ist euch aufgefallen, dass Janina und Nesthäkchen die gleiche Grossmutter haben? Ich meine die gleiche Schauspielerin spielt die Grossmutter. Und die Stimme von Janina ist die Stimme vom älteren Nesthäkchen.

(Birgit)

Was, wieso? Spricht Dana Vavrova nicht sich selbst? Das ist nicht ihre eigene Stimme? Ich weiss, dass sie im 2. Teil singt. Und da merkt man, dass die Singstimme asynchron ist, dass das also zumindest an jener Stelle nicht ihre eigene Stimme ist. Aber sonst????

Ja, klar. Das mit der Grossmutter habe ich sofort schon damals gemerkt. Aber nicht nur beim Nesthaeckchen war sie auch die Grossmusster. Helma Seitz wurde schon weit vordem in den sechziger Jahren sehr bekannt im Deutschen Fernsehen. Dort war sie die Sekretaerin von DER KOMMISSAR. Jeder, der DER KOMMISSAR sah, kannte Rehbeinchen.

(Old Rein)

Die Singstimme ist wieder eine andere Stimme. Das habe ich auch gemerkt.
Nein, klar ist das nicht ihre eigene Stimme. Dana ist doch Tschechin. Hier im Forum findest du einen kurzen Filmauschnitt aus einem tschechischen Film, da hörst du ihre Originalstimme. Ich glaube nicht, dass sie ein paar Jahre danach akzentfrei Deutsch gesprochen hat.

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Anina ist ein Schneewittchenfan. Es gab 1939 sogar schon den Soundtrack auf Schallplatte.  
Siehste, und ich kenne "Rehbeinchen"  nur aus Familienserien in den 80er Jahren.
Im zweiten Teil sieht man, wie Janina mit ihrer Mutter in den Park geht. Da hab ich mich gefragt, geht denn das so einfach? Gut, die Armbinden mit dem Judenstern haben die vorher abgemacht.  Aber wie kommen die 'raus und 'rein ins Ghetto? Da gab es doch bestimmt auch schon Wachen; und es wären bestimmt viele Leute geflohen, wenn das so einfach gewesen wäre.

Janina in ihren glücklichen Jahren

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Die Schneewittchenaufführung war ja süss. Ein bisschen Normalität für die Ghettokinder.

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(Birgit)

Ich habe jetzt mal im Buch von Janina David nachgelesen.  Da schreibt sie:

"in diesem langen, endlosen Winter fand ich in Grossvater einen unerwarteten Freund.  Grossvater war ein aktiver, energischer Mann; an lange taegliche Arbeitszeit gewoehnt, fand er dieses erzwungene Nichtstun unertraeglich.  Er war von Haus aus still und zurueckhaltend und erstickte fast in diesem kleinen Zimmer voll tratschender, endlos jammernder Frauen.  Also fing er bald an, auf die Strassen zu fluechten, und blieb fort, so lange er nur konnte.  Und bald ging ich mit ihm.  Zusammen erforschten wir den ueberfuellten Bezirk, schauten uns die Auslagen an, manchmal nahmen wir sogar eine Strassenbahn und wagen uns weit ueber die Grenzen des Ghettos hinaus."

"Die Koepfe tinf gesenkt gegen den beissenden Wind, gingen wir das vereiste Ufer des Flusses entlang, bummelten durch die mittelalterliche Altstadt, bewunderten die Fresken und die originellen Ladenschilder an den schmalen, bemalten Haeusern.  Am Abend in der Dunkelheit gingen wir dann Hand in Hand nach Haus, jeder in seinen eigenen Traum versunken."

Und:

"Obwohl es den Juden verboten war, mit Strassenbahn oder Bus zu fahren, wagten Mutter, Cousine Rosa, ihr kleiner Sohn Jasio und ich oft aus unserem beengten Revier hinaus in die Parks und Gaerten von Warschau.  Ich hasste diese Ausfluege; bestand aber trotzdem immer darauf, mitgenommen zu werden; ich wollte bei Mutter sein, falls ihr etwas zustiess.  Ich hatte nur eine vage Vorstellung davon, was es eigentlich war, das uns bedrohte, aber ein kleiner Zwischenfall auf unserem Hinweg ueberzeugte mich jedenfalls, dass diese Unternehmungen wirklich viel zu gefaehrlich waren."

"Mutter und Cousine Rosa nahmen ihre Armbinden ab, bevor sie das Ghetto verliessen, aber das half nicht viel, denn unsere Gesichter machten unsere Herkunft unbezweifelbar deutlich."

Der Ausflug in den Park, als Janina durch eine Wand von 5 deutschen Offizieren einfach hindurchging, war uebrigens der letzte ihrer Ausfluege.  Da hatte es selbst die Mutter mit der Angst bekommen.

(Old Rein)

Da staune ich jetzt aber, das das noch so ging, einfach so rein und raus zu spazieren. Später ja dann wohl nicht mehr.

Warum hat sich Janina wohl nach einem dieserer Spaziergänge übergeben? Nach einer Wurstsemmel mit Gurke und Brause? War das zuviel des Guten, für ihren Magen?

(Birgit)

Ja, der Magen war an soviel "Gutes" auf einmal nicht mehr gewoehnt. Vor allem die grosse saure Gurke wird es getan haben. Janina schreibt dazu; und jetzt pass auf:

"Ein kleines Broetchen kann dir wohl nicht schaden?" ueberlegte Grossvater.

"ich liebe Broetchen", fluesterte ich atemlos. Wir gingen in den Laden, und Grossvater bestellte zwei Broetchen mit Butter. Ich drehte mich um in dem kleinen Raum, der zwischen den riesigen Sauerkrautfaessern fuer die Kunden noch uebrig war, atmete tief ein und schloss die Augen. Ich war mitten in einem Buch!

Die Broetchen waren koestlich. Wir assen sie auf unserem Heimweg durch die Finsternis.

"Aber kein Wort davon zu deiner Mutter", warnte mich Grossvater. Ich lachte und drueckte dankbar seine Hand. Von diesem Tag an gingen wir jeden Abend in das kleine Geschaeft hinein, und waehrend Grossvater unseren Imbiss bestellte, nahm ich gierig diese "unwirkliche" Atmosphaere in mich auf. Nach und nach konnte ich Grossvater davon ueberreden, eine grosse Scheibe Wurst dazuzulegen, und schliesslich genehmigten wir uns jeder auch noch eine halbe sauere Gurke. Schuldbewusst lachend traten wir hinaus auf die Strasse, in unseren Haenden Broetchen, Wurst und Gurke.

"Gut, dass es finster ist", brummte Grossvater mit vollem Mund. "Es waere mir sehr peinlich, wenn mich die Leute dabei sehen koennten, wie ich diese Sachen auf der Strasse esse. Und wenn uns deine Mutter draufkommt..."

"Sie kommt nicht drauf", versicherte ich ihm. Und sie waere uns wohl auch nie draufgekommen, wenn ich nicht eines Tages meine Gier zu weit getrieben und zu meinem Broetchen eine ganze Gurke verlangt haette. An diesem Abend fiel es mir noch schwerer als sonst, meinen ueblichen Griesbrei hinunterzuwuergen, und mitten in der Nacht wachte ich ploetzlich mit heftigen Bauchschmerzen auf.

Grossvater setzte sich im Bett auf und sah mich an und sah genau so elend aus wie ich mich fuehlte. Dann kam er zu mir, hielt meinen Kopf und bekannte meiner Mutter alles. Sie aergerte sich natuerlich fuerchterlich und sagte, er haette sich unverantwortlich benommen. Grossvater liess den Kopf haengen wie ein gescholtener Schuljunge, und ich brach in Traenen aus und schrie, es sei ja nicht seine Schuld, er haette es nur getan, weil ich ihn so angebettelt hatte. Mutter schlug mir ja sowieso immer alles ab. Und ein bisschen Uebelkeit und Brechen machte mir nicht das geringste!

Am naechsten Tag fragte ich schuechtern, was ich fuer eine Strafe bekommen wuerde. Mutter zoegerte und sagte dann, ich waere schon genug bestraft, sie wollte dem nichts mehr hinzufuegen. Ich war ueberrascht und auch ziemlich enttaeuscht. Uebelkeit und Brechen, das passierte zu oft, als dass ich es als Strafe betrachten konnte. Ausserdem wurde ich fuer meinen Ungehorsam doch auch sonst immer bestraft, ganz egal, ob und wieviel ich selber schon darunter gelitten hatte. Aber durch die Strafe fuehlte ich mich berechtigt zu Zorn und Empoerung und hatte daher nicht die geringsten Gewissensbisse, sofort nach Ablauf der Strafe wieder von vorn anzufangen. Jetzt nahm man mir den normalen, erwarteten Ablauf dieser Sequenz ploetzlich weg - kein Wunder, dass ich darueber frustriert war.

"Ich muss doch bestraft werden", beharrte ich. "Wenn du mich nicht strafst, werde ich mich selbst strafen, nur um dir zu zeigen, wie leid es mir tut."

"Aber ich will wirklich nicht, dass du dafuer bestraft wirst", sagte meine Mutter ganz ueberrascht.

Ich fand, sie zeige nur wieder einmal in hoechst bedauerlicher Weise, wie wenig Ahnung sie von Kindererziehung hatte.

(Old Rein)

Janina in ihren glücklichen Jahren

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Auweia!  Tatsächlich wegen der Gurke. Ich konnte es mir fast denken. Wenn es da nur Griesbrei gibt und dann aufeinmal Wurstsemmel ist klar was dann passiert.  

Danke für deine Buchrezitation, Old Rein, sehr interessant wie die das in der Serie übernommen haben. Sehr gut, man sah wie leid es Grossvater tat.

(Birgit)

Im Nachhinein denke ich mir jetzt, dass vielleicht auch mit der Gurke was nicht gestimmt hatte, denn Nina und Grossvater wurde an diesem Tag von ihrem Ausflugsessen schlecht. Oder die Wurst war nicht mehr gut gewesen; wer weiss?!

Uebrigens wegen des Theaterspiels, wo sie doch "Schneewittchen" auffuehrten. Im Buch steht nichts von einer Platte, die dabei abgenudelt wurde, nur dass einige Lieder und deren Texte, an die sich Janina, die den Film zweimal gesehen hatte, noch gut erinnern konnte. Ausserdem ist diese Episode im Buch noch etwas laenger. Und die Auffuehrung dauerte insgesamt 2 volle Stunden, denn es wurden noch viele Sketche mit eingebaut. Und Janina war beinahe in jedem Stueck davon. Ach, man muesste das jetzt auch wieder rezitieren. Mal sehen, vielleicht, wenn ich spaeter Zeit habe.

(Old Rein)

Wenn die Wurstsemmel da so den ganzen Tag in dem Kasten liegt und dann im Schaufenster, ob das gut ist? Kann auch sein, das die Wurst dann schlecht war.

Nochmal kurz zum zweiten Teil.
Wir fragten uns ja, warum die Ehe von Janinas Eltern nicht so sehr harmonisch ist und warum ihre Mutter so nörgelich ist. Im zweiten Teil sieht man ja ein Gespräch, wo Mutter dem Vater allerlei vorwirft. Zu jung geheiratet, dann war wohl auch gleich Janina unterwegs, darum hat der Vater auch nicht studiert, weil er für seine Familie sorgen wollte und um auch nicht auf die Schwiegereltern angewiesen zu sein. Er sagte ja auch, das, wenn hier alles vorbei ist, ist er weg. Nur Janina hält ihn eigentlich noch an die Familie. Ich denke auch, wie Old Rein schon oben sagt, das sind Probleme einer viel zu früh geschlossenen Ehe.

Jetzt im 3. Teil wurde auch gesagt, dass die Zugänge zum Ghetto geschlossen wurden und nur noch unter Kontrolle durfte man rein und raus.
Trotzdem, wie durfte dann Janina wieder einfach so mit Lydia Grabowska da durchspazieren? Bestimmt, weil diese Lydia gute Beziehungen zu den Deutschen hat, das sagte sie ja beim vorangegangenen Besuch bei Janinas Eltern.

Ich kann mir richtig vorstellen, wie schön das für Janina war, so ein Weihnachtsfest zu erleben. Aber auch traurig, wie sie beim Schlittenfahren als Jüdin erkannt wurde.

Habt ihr das erste Geschenk/Spiel gesehen, was da ausgepackt wurde? So ein Legespiel mit Kugeln, wo vorne auf der Verpackung ein Mädchen und ein Junge drauf war. So eins hatte ich auch. Das war aber immer bei meiner Oma, ich durfte es nicht mit nach Hause nehmen. Ich hab damit gerne gespielt, weil ich es ja nicht immer hatte.  Vielleicht kennt jemand das Legespiel von euch auch. Es kann sein, das es schon ein sehr altes Spiel war, von meiner Tante sogar noch.

Old Rein, was schreibt den Janina in ihrem Buch über das Weihnachtsfest?

Dann ist mir noch was zu der Tosia (Anja Jaenicke) aufgefallen. Janinas beste Freundin im Ghetto. Diese Schauspielerin ist später in der Serie DIESE DROMBUSCHS sehr bekannt geworden. Ich hab dann später mal in einer Zeitung gelesen, dass sie als verschollen galt. Keiner wusste wo sie ist. Ihr war wohl der Rummel um ihre Person zuviel geworden. Heute lebt sie zurück gezogen auf einem Bauernhof in Frankreich.

(Birgit)

Janina in ihren glücklichen Jahren

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Birgit schrieb:

Old Rein, was schreibt den Janina in ihrem Buch über das Weihnachtsfest?

Ueber 2 Seiten.  Hier ein Ausschnitt:

Das traditionelle Essen am Weihnachtstag war eine feierliche Zeremonie.  ... Lydia ging rund um den Tisch, teilte ihre Waffel mit allen, kuesste und weinte und stiess von Zeit zu Zeit kleine Lachtiraden hervor, um zu zeigen, dass sie nicht wirklich ungluecklich war, sondern nur so geruehrt von der Feier.

Endlich war das Essen vorbei, und die bunten Pakete wurden unter dem Baum hervorgeholt und verteilt.  Ich schaute auf die goldenen Armbanduhren, die Fuellfedern und Fotoapparate, und wanderte im Geist hinter die Mauer.  Ich ertappte mich bei der Ueberlegung, wie lange wir wohl vom Verkauf nur eines dieser Geschenke leben koennten.  Dann schaemte ich mich meiner materiellen Ideen und wandte mich meinen eigenen Geschenken zu - einer Puppe, einigen Buechern, einem Paar Hausschuhen.

Paul sass wie benommen und ausnahmsweise einmal still mitten unter seinem ganzen Spielwarenladen rund um sich auf dem Boden, und ich ging zu ihm, um ihm seine Reichtuemer ordnen zu helfen.  Tomek hatte auch ein paar schoene Geschenke bekommen, aber merkwuerdigerweise passten sie alle eher fuer ein mehrere Jahre juengeres Kind.  Er betrachtete seine Baukloetze und den Summkreisel mit einem verlegenen Laecheln und fluesterte mir ins Ohr, dass er das gleiche bekommen hatte wie voriges Jahr.  Fiel dem Weihnachtsmann denn nichts mehr ein?

Eines der erfolgreichsten Geschenke war der Rodelschlitten von Erich.....

Janina in ihren glücklichen Jahren

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Ich habe jetzt parallel zur TV-Serie den 1. Band EIN STUECK HIMMEL ausgelesen.

Danach zu schliessen ist Janina zwischen 1939 und 1941 wohl mindestens 4 mal bei Lydia eingeladen, also ausserhalb des Ghettos. Und das nur wegen Janinas Vater, den die Lydia sehr mag. Allerdings mag die Lydia auch viele andere Maenner sehr; nur ihren eigenen, den mag sie weniger. Und dieser ist oft auf Reisen. Von dem hat sie einen ihren beiden Jungen. Und diesen Jungen behandelt sie nicht so nett, wie den anderern, der etwas aelter ist. Den, den sie weniger zuvorkommend behandelt, das ist der, der zu Weihnachten die gleichen Geschenke des Vorjahres noch einmal neu eingewickelt bekommt.

Wenn es den Vater von Janina nicht gaebe, wuerde Lydia die Janina nicht zu sich einladen und das Risiko eingehen, sie fuer jeweils ein paar Tage durch das Tor in die Freiheit zu sich zu bringen.

Lydia hat Janina in jener Zeit zu 2 Weihnachten und zu mindestens 2 Geburtstagen von Janina bei sich.

Die Szene, wo Janina mit einem deutschen Offizier tanzt, gab es in Wirklichkeit nicht, denn davon steht nichts im Buch. Das ist filmwirksam ins Bild umgesetzte Freiheit des Drehbuchautors, wie ich es nennen wuerde. Wie es wirklich war: Der deutsche Offizier trug die sich schlafend stellende Janina in ihr Bett und deckte sie nur zu. Und Janina hatte dabei das Gefuehl der Zuversicht, dass sie von ihm nichts Boeses zu erwarten habe. Und das kommt auch beim Tanzen im Film genauso 'rueber. Darum meine ich, ist diese kleine Filmfreiheit gerechtfertigt.

(Old Rein)

Aber ich denke mir, der Offizier hat was gemerkt, dass es doch nicht Lydias Nichte ist. Wenn man die Blicke zwischen dem Offizier und Lydia sieht, denkt man, dass beide ein Stillschweigendes Abkommen haben. Jeder von den beiden hat ja vom Anderen nutzen.

(Birgit)

Janina in ihren glücklichen Jahren

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Ja, so kam es im Film 'rueber. Und im Buch, meiner Meinung nach, ebenso.

(Old Rein)

Über etwas hab ich mich ja mal wieder gewundert im 5. Teil.  

Eines Tages haben die ja mal wieder Razzia gemacht im Ghetto, sodass alle auf die Strasse mussten zum Abtransport. Janina und ihre Eltern haben es aber geschafft zu entkommen, weil Vater im letzten Moment noch seine Polizistenmütze eingepackt hat. Das war die Rettung! So konnten sie entkommen und sich verstecken. Aber wie war es möglich, dass sie danach wieder in ihre alte Unterkunft zurück konnten? Das muss doch aufgefallen sein, dass die Familie Dawidowicz beim Abtransport nicht dabei war? Und mehr noch, Vater wurde sogar für die Aussenpolizei wieder eingestellt.

(Birgit)

Nach der "Selektion" war der Wohnblock offiziell leerstehend und wurde vorerst weniger beachtet. "Das Haus war fast leer. Wer nicht mitgenommen worden war, uebersiedelte in den Polizeiblock."

Vater hatte eine "Nummer" fuer sich und fuer seine Frau, die bedeutete ihnen im Augenblick eine verlaengerte Sicherheit. Grossvater und Grossmutter hatten ja auch eine Nummer bekommen koennen. Aber weil Grossvater sich so schwer nur durch die Masse bewegen konnte, nachdem er aufgerufen wurde, verfiel deren Nummer, und er wurde zum Freiwild. "Kinder erhielten keine Nummern und waren von jetzt an illegal. Falls sie erwischt wurden, konnte sie niemand mehr beschuetzen."

'"Vater schob mich zu dem Beamten hin. "Meine Frau ist in Ordnung, aber ich habe keine Nummer fuer Janie." Der Beamte taetschelte meinen Kopf und nahm eine Nummer aus der Tasche. "Das ist die Nummer meiner Tochter, aber ich kann eine andere fuer sie bekommen. Und jetzt bring sie am besten nach Hause und versteck sie fuer ein paar Tage."'

Familie David wollte auf Nummer Sicherheit gehen und liess von da an Janina nicht mehr auf die Strasse.

"Am Versoehnungstag - dem 21. September - gab es wieder eine "Selektion", und dieses Mal wurden 2000 Polizisten mit ihren Familien deportiert. ...Wieder packten wir unsere Koffer und verbrachten eine Nacht in fremder Leute Zimmer, waehrend wir das Ende der "Aktion" abwarteten."

Dann kam Familie David in der Wohnung des Schmugglerehepaars unter. Die hinterliessen Essen, das fuer Janina und die Eltern noch fuer ein paar Wochen reichte. Die Schmuggler - im Film wird nur von Schwarzhaendlern geredet, aber im Buch nennt Janina sie Schmuggler - sagten daraufhin, dass ihre Flucht aus dem Ghetto voll arrangiert sei. Der Schmuggler war sogar so penibel, nicht einmal von einer "Flucht" zu sprechen, sondern sagte nur, dass sie "nach draussen" gingen - in die Tuerkei, vielleicht sogar bis nach Persien. Danach hoert man nichts mehr ueber sie. Aber es ist fast anzunehmen, dass ihnen die Flucht gelang, denn sie waren ungemein zuversichtlich, da sie grossen Einfluss in allen moeglichen Kreisen hatten und falsche Identitaets- und Arbeitspaiere, Lebensmittelkarten und Fahrscheine fuer die Eisenbahn besassen.

Mit dem Schluss des 5. TV-Teils endet das Buch von Janina David "Ein Stueck Himmel".

(Old Rein)

Janina hat von ihrem Vater ein Stück Blockschokolade geschenkt bekommen.

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Die gibts heute immer noch zu kaufen.

(Birgit)

Laut Buch teilte Janina sich das Stueck - eigentlich eine ganze Tafel; und die hatte ihr eine der Frauen in die Tasche gesteckt - mit dem kleinen Maedchen auf der Strasse. Und laut Buch lief das so ab:

'Es war Kochschokolade, bitter und zu hart zum Brechen. Jetzt wickelte ich sie aus und knabberte an einem Ende, die Oberflaeche mit meinen Zaehnen raspelnd, bis ich ein paar Broesel herunterbekam.

In meine Arbeit vertieft, spuerte ich ploetzlich, dass ich beobachtet wurde. Ein paar Schritte von mir stand ein kleines Maedchen, am Boden festgewurzelt, die Augen fest auf die Schokolade geheftet. Als sie sah, dass ich sie anschaute, tat sie einen Schritt vorwaerts. Ich hoerte zu essen auf, und wir massen einander schweigend.

"Wuerde es dir etwas ausmachen, mir ein Stueck von deiner Schokolade zu geben?" fragte sie.

Ich wickelte das andere Ende der Tafel aus und gab es ihr. Sie nahm es mit beiden Haenden, und ich sah ihr zu, wie ihre Zaehne laengere Zeit wie wuetend an der harten Schokolade bissen.

Nach einer Weile reichte sie mir die Schokolade wieder und sah mir mit scheuem Laecheln ins Gesicht.

"Das ist sehr freundlich von dir. Ich wuerde sonst nie, nie jemand um Essen bitten, aber ich war zu hungrig... ich bin dir sehr dankbar."

Eine derart foermliche Ansprache hatte ich nicht erwartet, voll Ueberraschung schaute ich sie an. Sie war ungefaehr sechs Jahre alt, gut angezogen, in einem wunderschoen geschnittenen Mantel. Ihr Haar war frisch gekaemmt, aber ihr Gesicht war von Staub verschmiert, und ihre Augen waren rot.

"Wann hast du zuletzt gegessen?" fragte ich.

"Gestern", antwortete sie, und ihre Augen gingen zu der Schokolade zurueck. Ich kratzte noch ein bisschen an meinem Ende und reichte sie ihr dann wieder.

"Wo sind deine Eltern?" erkundigte ich mich.

"Ich weiss es nicht", sagte sie, und ihr Gesicht verzerrte sich, aber sie hatte sich sofort wieder unter Kontrolle. "Sie sind gestern gegangen, um sich ihre Nummern zu holen, aber nicht wieder zurueckgekommen."

"Wo wohnst du?"

"Jetzt nirgends. Letzte Nacht habe ich auf der Treppe geschlafen, und heute bin ich gekommen, um Mami zu suchen, aber ich kann sie nicht finden."

Wir kratzten abwechselnd an der Schokolade, bis sie verschwunden war. Ich dachte mir, dass ich sie gern mit nach Hause genommen haette, aber dann fiel mir ein, dass ich vielleicht nicht einmal selber wieder nach Hause gehen konnte.

Als Vater von seinem Gespraech mit Grossvater zurueckkam, nahm ich seine Hand und schaute zu ihm auf, um ihm von dem Kind zu erzaehlen, aber als ich sein Gesicht sah, vergass ich, was ich hatte sagen wollen. Als ich mich wieder umsah, war das Maedchen verschwunden.'

Sowas ist in meinen Augen echtes Drama!  

Janina in ihren glücklichen Jahren

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Und dann ist da ja auch noch die dramatische beschriebene Szene mit ihrem Grossvater...

Und hier der kurze Buchauszug dazu:

'Ich konnte Grossvater jetzt nicht mehr hinter mir sehen, aber noch immer hielt er meine Hand, und ploetzlich spuerte ich seine Lippen in meiner Handflaeche. Im naechsten Augenblick war meine Hand frei. Ich renkte mir den Hals aus nach ihm, aber die wirbelnde Menge hatte ihn schon verschlungen. Den ganzen Tag lang hielt ich meine Hand geschossen, seinen Kuss wie einen Schatz huetend, aber meinen Eltern konnte ich davon nichts sagen.'

(Old Rein)

Blockschokolade ist Kochschokolade! Als Kind, ich kann mich erinnern, dass meine Oma auch immer solche Schokolade zum verzieren für Kuchen zuhause hatte. Und die war wirklich hart! Ich wollte mir da mal ein Block abbrechen, hab ich nicht geschafft, so hart war die. Und daran rumknabbern wollte ich nicht, das hätte Oma gemerkt.  :mrgreen: Aber wenn so ein ganzes Stück weg war vielleicht nicht!? Hihihi! Kindliche Logik!

Ja, das Schicksal des Mädchens ist wirklich traurig und auch vom Grossvater.  Crying or Very sad Wer weiss was aus dem kleinen Mädchen geworden ist. Die Polizei hat sie bestimmt geschnappt und weg.....  Crying or Very sad

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(Birgit)

Also, nachdem ich alle Teile gesehen habe, die wie schon oben geschrieben erwartungsgemäß sehr bedrückend waren, habe ich mich immer wieder gefragt, wie es dt. Mitbürger der damaligen Zeit gegeben hat, die nachhaltig behauptet haben, von "allem" nichts gewusst zu haben. Das kann ich nie und nimmer glauben bzw. akzeptieren.

Ich weiß, das Geschehen hier, spielt ja "weit weit weg" in Warschau, aber dennoch, es steht ja nur für eins der vielen Gräuel der NS-Zeit.

Ich habe am Wochenende mal nachgelesen, wie die Besatzungsmächte nach dem Krieg mit der Aufarbeitung umgegangen sind. Die Russen wollten alle potentiellen Nazi-Führer am Liebsten sofort an die Wand stellen. Die Amerikaner gingen damit wesentlich vorsichtiger um, siehe die wenigen Ergebnisse der Nürnberger Prozesse, um ihre Demokratie herauszustellen. Ob das immer richtig war?

(AWI)

AWI schrieb:
Also, nachdem ich alle Teile gesehen habe, die wie schon oben geschrieben erwartungsgemäß sehr bedrückend waren, habe ich mich immer wieder gefragt, wie es dt. Mitbürger der damaligen Zeit gegeben hat, die nachhaltig behauptet haben, von "allem" nichts gewusst zu haben. Das kann ich nie und nimmer glauben bzw. akzeptieren.

Ich denke, viele Menschen wollten es auch nicht sehen. Oder waren mit ihren eigenen Leben beschäftigt. Meine Mutti hat mir mal erzählt, das sie gesehen hat, wie in Köthen zu Kriegszeiten Sträflinge durch die Strassen getrieben wurden. Es waren ganz ausgehungerte, abgemagerte Menschen. Meine Mutti war damals so 8 Jahre. Aber die Erwachsenen  müssen sich doch auch Gedanken gemacht haben, was das für Leute sind?!
Schade, meine Oma hab ich zu diesen Thema nie befragt.

(Birgit)

Janina in ihren glücklichen Jahren

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Und die ganze Propaganda?
Selbst wenn die Erwachsenen damals die Sträflinge nicht persönlich gesehen haben, so doch sicher die Straßenschmiereien, die Judensterne, die Radiosendungen und Zeitungspropaganda.

Wer sollte das nicht mitbekommen haben können?

(AWI)

Habe Euch eingeholt glaube ich denn ..Ein Stueck Himmel.. habe ich jetzt fertig gesehen.  Ein Grosser Emotioneller Film der es schon verdient von allen 4 Seiten besprochen zu werden. muss auch meinen Senf dazu geben aber vorerst habe ich eine Frage.

 Wie habt IHR es verstanden und  wie hatt es EUCH beruehrt als Jasmina nachdem der Onkel mit Ihr sprach das  von der Nonne geschenkte Kreuz-Kettchen von Ihren Hals abnahm und auf den Tisch legte.

(Uwe)

Tja, Uwe, gar nicht so leicht zu beantworten. Einerseits war Janina durch den katholischen Glauben stark angesprochen, es war ihr auch eine Zufluchtsstätte, andererseits haben ihre Eltern im Ghetto ihren jüdischen Glauben kaum praktiziert bzw. es war dort nicht in Freiheit möglich.

Ob das Ablegen des Kreuzes dann am Ende totale Ablehnung und Bruch mit der Vergangenheit bedeutet, kann ich nicht sagen, jedenfalls deutet es eine Zeitenwende in ihrem Leben an und Rückkehr zu ihren Wurzeln.

So sehe ich es jedenfalls.
Emotional sehr berührend war es in jedem Fall das so zu sehen.

(AWI)

In meiner Verwandtschaft gab es kaum jemanden, der über den Krieg gesprochen hatte. Einige haben nichts darüber erzählt, weil sie nicht mehr über ihr Trauma sprechen wollten oder konnten. Andere waren zu Kriegsbeginn zu jung gewesen und haben kaum den Krieg mitbekommen.

Die Propaganda hat gut funktioniert, weil die Menschen die Weltwirtschaftskrise verdauen mussten. Wenn dann ein Mensch kommt und ihnen Arbeit anbietet, wie z. B. Arbeitsdienst, dann laufen die meisten ihm nach. Der Mensch ist ein Herdentier.

Und zu den Juden. Jahrelang hat mir meine Verwandtschaft erklärt, ich sollte nie bei einem Juden einkaufen, der würde nur betrügen und den Leuten zu viel Geld aus der Tasche ziehen. Vorurteile halt. Keine Ahnung, ob ich je bei einem Juden eingekauft hatte, ich frage keinem nach seiner Religion wenn ich einkaufe.

Selbst heute reden vor allem die älteren in meiner Verwandtschaft welches in ihren Augen "Grobzeug" am besten ins KZ gebracht werden müssten. Sehr traurig wenn die Mitmenschen nach zig Jahrzehnten nach Kriegsende andere Menschen ins KZ wünschen.

Für mich sind die Helden in Krieg die Widerstandskämpfer gewesen, wo das Verteilen von Blättern zum Tode geführt hat. Wo ein Kämpfer wegen einer Kleinigkeit sein Leben verloren hatte.

Vielleicht kann mir Old Rein mehr über Mildred Harnack-Fish erzählen, die als einzige amerikanische Widerstandskämpfer in D zum Tode verurteilt wurde. In Amerika hat sich Mildred anders genannt, z. B. Fish-Harnack.  Sie wurde in Milwaukee geboren.

Das Mitlaufen funktionierte vor ein paar Jahren noch, als ein Lehrer in den USA das Experiment durchführte was später als die Welle bekannt wurde.

(Anne Shirley)

Janina in ihren glücklichen Jahren

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Mildred Harnack-Fish ist mir unbekannt.

In Teil 7 ist zwar keine Rede mehr vom Warschauer Ghetto. Und man wuerde meinen, Janina habe nun das Schlimmste ueberstanden. Aber dem ist ueberhaupt nicht so: Ich empfehle, besonders diese 7. Folge mit voll aufgedrehten Lautsprechern zu hoeren; besonders auch dann, wenn man an ein gutes Soundsysem angeschlossen ist!!!!!

Die Ausstrahlung dieser Folge ist ungemein stark. Janina waechst ueber sich selber hinaus, nun, da sie selber "ihren Mann" stehen muss.

Eine ungemein gut gemacht Episode. 1980 wurde die gedreht??! Sieht ueberhaupt nicht danach aus! Das sieht frisch wie 2010 aus in meinen Augen.

(Old Rein)

Ich habe die Serie mal als Kind gesehen und leihe mir jetzt alle Folgen nach und nach aus. Die ersten drei Teile habe ich schon gesehen. Ich finde die Verfilmung sehr gut gemacht. Sehr berührend. Bin gespannd, wie es weitergeht.

(Tini)

Hat jemand dieses neue dreibändige Buch über Janina gelesen? Ein dicker Wälzer. Ich bin da irgendwie nicht gut voran gekommen. Hab es jetzt erstmal zur Seite gelegt.

Dez. 2010 kam auf ARTE dieser Film: GEHEIMSACHE GHETTOFILM

Ich kann diesen Film sehr empfehlen. Vor allem, weil wir die Serie mit Janina gesehen haben. Diese Filmaufnahmen wurden 10 Jahre nach dem zweiten Weltkrieg gefunden. Es wurde im Warschauer Ghetto, von den Nazis, im Frühjahr 1942 gefilmt. Das Filmmaterial ist ohne Schnitt und Ton in sch/w. Keiner weiss bis heute was die Nazis mit diesen Film bezwecken wollten. Einerseits werden die schrecklichen Lebensbedingungen im Ghetto gezeigt. Abgemagerte und zerlumpte jüdische Menschen, die einfach nur dahinvegetieren. Andererseits gut genährte, fein gekleidete jüdische Menschen und gut gefüllte Geschäfte. Diese Szenen waren natürlich gestellt. Und wie, das sieht man im Film.
Im Film erzählen auch Menschen, die dieses Filmaufnahmen damals beobachtet haben und die die Filmaufnahmen nun das erste mal sehen. Eine Frau sagte, dass sie Angst hat, irgendwo ihre Mutter im Film zu sehen. Das war schon sehr bedrückend traurig.

Ich muss euch warnen, es sind Szenen in diesem Film enthalten, die wirklich schrecklich zum Ansehen sind.  

(Birgit)

Janina in ihren glücklichen Jahren

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Ich habe jetzt alle 8 Teile gesehen. Ich erinnere mich aber, daß die Verfilmung weiter ging. Weiß jemand, ob die Fortsetzung auch auf DVD erhältlich ist?

(Tini)

Ja, die Geschichte ging weiter. Zwei Zusatzfolgen wurden 5 Jahre spaeter gedreht. Diese beiden Folgen gibt es leider nicht auf DVD.

(Old Rein)

Schade! Das ist aber auch etwas unglücklich. Dann hätte man den Rest aber auch dazu geben müssen.

(Tini)

Das ist schon richtig.  Aber ich freue mich ueberhaupt erstmal, dass die ersten 8 Teile in DVD-Form 'rausgekommen sind.  Ich habe von Leuten gelesen, die es vor Jahren nicht abwarten konnten und sich fuer 200 Euro eine Kopie extra nur fuer sie vom WDR anfertigen haben lassen.

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Old Rein
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BeitragThema: Re: Kommentare   So Jan 04, 2015 6:02 am

Haben heute den Film HIDDEN IN SILENCE mit Kellie Martin gesehen.  Dieser Film handelt auch ueber das Warschauer Ghetto und geruht ebenfalls auf Wahrheit.  Hier mein Kommentar dazu bei amazon.com:

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Oder kurz auf Deutsch fuer euch:

Das Gefuehl der Zeit kommt gut rueber.  Kellie Martin ist sowieso gut; das ist sie ja immer.  

Ein Problem liegt bei der Erklaerung der Einzelheiten:  

Wie gelangen die Juden durch ein Kellerfenster in die Stadt oder kommen dadurch aus der Stadt raus?

Wie kann man eine fuer jeden sichtbare Leiter zur Dachkammer im Zimmer haben, und niemanden interessiert es, wo diese Leiter hinfuehrt?  

Die kleine Helena versteckt in ihrem Mund ein Papier mit einer Adresse.  Wie erklaert sich, wie die Juden daraufhin aus dem Ghetto entkommen konnten?

Vieles ist so in Wirklichkeit gewesen, denn die Geschichte ist wahr.  Nur leider wird sie in der Filmgeschichte nicht erklaert.  Den Fehler sehe ich im Filmscript.

I noticed other Warsaw Ghetto movies here in the reviews.  I have another one, also a true story:  EIN STUECK HIMMEL with Polish actress Dana Vavrova in the main title role of this mini series, although it's not available in the English translation.  See it if you understand Polish or German.  And if you don't:  The English title of the original book by Janina David is A SQUARE OF SKY.

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