EIN MÄDCHEN DIESER ERDE

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Die Geschichte, das Glück und das Unglück, die Freude und das Elend des Kindes im Film
 
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Old Rein
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BeitragThema: Kommentare   So Jan 23, 2011 9:14 pm

Kommentare zum Film

Dies sind Kommentare, die ich bei amazon.de gefunden habe.
Ich werde sie hier zeigen und werde meine eigene Meinung dazu einflechten.


Trotz des lobenswerten Ansinnens, das Thema Kindersoldaten in einem Spielfilm zu behandeln, erweist sich "Feuerherz" bei genauerem Hinsehen leider nur als der fadenscheinige Versuch, auf den Zug erfolgreicher Afrika-Filme wie zuletzt Wüstenblume oder Die weiße Massai aufzuspringen, und das möglichst ohne viel Geld auszugeben. Dieser Gedanke kam ueberhaupt nicht bei mir auf, denn auch ich mag Filme von guter Qualitaet. Die handgehaltene Kamera ist meiner Meinung nach eher eine beabsichtigte Funktion, um eine Geschichte zu vermitteln, die schon an einen Dokumentarfilm grenzen soll. Der Odyssee der eritreischen Halbwaise Awet, die schließlich in der Obhut einer Rebellentruppe landet, fehlt es spürbar an dramaturgischem Feinschliff; die Inszenierung ist so dröge wie das eritreische Steppenklima. Symptomatisch die Szene zu Beginn, in der die beiden Schwestern mit dem Bus unterwegs sind in ein ungewisses Schicksal: eine einzige Aneinanderreihung langweiliger Einstellungen aus dem Inneren des Busses. Man sieht nichts von der Landschaft. Dabei ist doch die exotische Kulisse gerade einer der Gründe, warum die Zuschauer einen Film, der in Afrika spielt, sehen möchten. Dies ist kein Urlaubs- oder Natur-Film. Die Landschaft spielt eine untergeordnete Rolle, denn man darf ruhig daran mal denken: Wie waere es, wenn bei uns so ein Buergerkrieg ausbrechen wuerde?! In der Guerilla-Armee, in der Awet zur Kindersoldatin ausgebildet werden soll, gibt es dann zwar einige mäßig spannende Konflikte, aber wirklich mitreißend ist hier auch nichts. Das ist die volle Unwahrheit. Wie kann man nur soetwas behaupten?! Wenn ich mir einen Kriegsfilm ansehe, dann ist das doch vom Thema her oft schon sehr schauerlich. Und dies hier ist ein Kriegsfilm, in dem Kinder kaempfen und sterben. "Maessig spannende Konflickte", obwohl Kinder eine Waffe in der Hand halten muessen und obwohl am Ende fast alle tot sind?! Wie abgebrueht muss ein Mensch sein, um so etwas zu behaupten?! Das liegt daran, dass die meisten Figuren beliebig, austauschbar bleiben. Dabei geht die Geschichte durchaus eigene Wege und bedient nicht nur gängige Muster. Dem Regie-Neuling fehlte es offensichtlich an Inspiration, an einer eigenen Vision, wie das Buch von Senait Mehari in das Medium Film zu überführen war. Oder am Geld, diese umzusetzen.
So bleibt einzig die Zurückhaltung bei Gewalt und Grausamkeiten (??) positiv zu vermerken, der immerhin zu verdanken ist, dass der Film, zumal der Plot ja nicht sonderlich komplex ist, sich auch für ein kindliches Publikum und für den Einsatz zu pädagogischen Zwecken eignet. Obwohl der Film offiziell "ab 12" vermarktet wird, bin ich der Ansicht - vor allem auch im Vergleich mit unseren uebrigen Filmen hier in der Galerie, welche erst ab 16 sind, dass dieser Film auch zu denen gehoeren sollte, die "ab 16" sind. Selbstverstaendlich kann man immer beanstanden, dass doch das Maedchen im Film selbst erst 10 Jahre alt sei. Das ist wahr. Und dies ist eine Kontroverse, deren ich mir bewusst bin. Darum muss es jedem Erwachsenen selbst ueberlassen bleiben, ob er diesen Film fuer sein Kind als nuetzlich und erzieherisch oder als zu frueh fuer kleine Augen einstufen tut.

Für Freunde von verschenkten Gelegenheiten und besonders unbeirrbare Afrika-Liebhaber. Unueberlegt geschrieben, oder hartherzig, oder selbst unter schlimmen Bedingungen aufgewachsen, wo nichts mehr erschuettern tut. Man waehle selbst.

Obwohl auf der Berlinale und in der Presse zerrissen ist Feuerherz ein feinfühlig und wunderbar erzählter Film. 100% empfehlenswert.

Der Meinung bin ich auch. Wenn man eine Dokumentation zum ersten Male als Spielfilm und dann sogar noch aus den Augen eines kleinen Maedchens sieht, dann kann man nicht anders: Man muss fuer diese Menschen beten!

Als Baby ausgesetzt verbringt Awet einen Großteil ihrer Kindheit in einem französischen Kloster in Eritrea. Mit zehn lässt ihr Vater Awet von einer älteren Schwester aus dem Kloster abholen. Sie verbringt kurze Zeit in dem Haushalt ihres trinkenden Vaters, der sich als Kriegsheld gerne selber feiert. Einige Zeit später bringt der Vater Awet zu einem versprengten Haufen Soldaten. Hier soll sie fortan zum Kämpfen ausgebildet werden und für die Freiheit Eritrea's kämpfen.

Der kleine Trupp besteht fast ausschlließlich aus Kindern und selbst ihre Ausbilder sind nicht sonderlich älter. Spärlich ausgerüstet kämpfen sie für eine aussichtslose Sache. Awet muss feststellen, das sie die kulturelle Errungenschaft eines WC's im Kloster gegen ein ihr viel zu großes MG eingetauscht hat.

Die Geschichte wirkt auf einen Europäer befremdlich bis verdreht. Ebenso befremdlich wie auf die Kinder Eritrea's, WC und MG wirken müssen. Sie werden mit dem Segen und dem Fluch einer modernen Zivilisation konfrontiert, ohne die Wahl zu haben, abzulehnen oder sich nur für eins von beiden entscheiden zu können. Die Schauplätze sind asketisch und wirken authentisch.

Bis hierhin stimme ich mit diesem Kommentar ueberein, der dem Film nur 2 Sterne zubilligt.

Regie und Schauspielern gelingt es nicht Sympathien aufzubauen und den Zuschauer einzufangen.

Darin stimme ich nicht ein.

Sympathien aufbauen

Was verlangt der hier diesen Kommentar abgebende? Soll gezeigt werden, wer hier die Boesen, wer die Guten sind? Ob Awet auf der Seite der Guten oder auf der Seite der Boesen kaempft? Das ist ja gerade das Belanglose. Es ist egal, fuer welche Seite gekaempft wird. Und auf allen Seiten sind Fanatiker.

Soll Awet nicht bei den Kriegsliedern mit einstimmen, obwohl sie doch dafuer mit Lob und Anerkennung belohnt wird? Awet hat als Hintergrund immerhin ihre Erziehung im Kloster. Und im Laufe der Films wird ihre Abscheu von dem Leben, in das sie hier gefallen ist, offensichtlich. Sie will weg von hier! Aber zu diesem Entschluss gelangt sie erst aufgrund von Erfahrungen, durch welche sie durch muss.

Wie nun eine Kind, das so eine Kindheit nicht erfuhr, welches nicht behuetet aufgewachsen sein mag? Wieviel weniger Mitgefuehl (Sympathie!) wird ein Mensch, der so einen Kommentar schreibt, dann wohl fuer solche Kinder uebrig haben?!


Und bei IMdB fand ich folgenden Kommentar:
You know this is based on a novel (an autobiographical one) and I haven't read that book. I don't even know what really went on and if this is accurate or more or less propaganda. I do know, that I watched a movie, that tried to point out some things. You don't have to believe everything, but it still should make you wonder and make you think about different aspects (maybe even political ones) of life (and of course Death).

I'm pretty sure you read either the book or the synopsis summary, so I won't go into the story, but want to say something about a reaction of a few cinema-goers in Berlin. I was more than amazed, when after the movie was over (actually the credits were rolling) a small part of the audience were booing the movie! I haven't seen such a thing happening at the Berlin Filmfestival ... You could say I was kinda shocked! Why would people do that, even if they didn't really like the movie? It's not nice to the director, quite contrary it's without any respect. I for once did like the movie and the (relative) open message it did send out (the performances were good too) ... it might have been a slow build, but I thought it was worth the time it did invest in the characters ...

Endlich ein Kommentar, mit dem ich uebereinstimme.

Ich gebe FEUERHERZ uberigens Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Sterne.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

5.0 von 5 Sternen
Ein Film, der aufruft, fuer diese Kinder und Menschen zu beten!
24. Mai 2010
Von Old Rein (WI USA)

Rezension bezieht sich auf: Feuerherz - Die Reise der jungen Awet (DVD)

Ich schreibe Folgendes auf bereits hier abgegebene Kommentare hin, mit denen ich nicht uebereinstimme:

Der Gedanke eines billigen Afrikafilms kam ueberhaupt nicht bei mir auf, denn auch ich mag Filme von guter Qualitaet. Die handgehaltene Kamera ist meiner Meinung nach eher eine beabsichtigte Funktion, um eine Geschichte zu vermitteln, die schon an einen Dokumentarfilm grenzen soll.

Es wird bemaengelt, dass nichts von Afrika gezeigt werde, dass die exotische Kulisse fehle.

Dies ist doch kein Urlaubs- oder Natur-Film! Die Landschaft spielt eine untergeordnete Rolle, denn man darf ruhig daran mal denken: Wie waere es, wenn bei uns so ein Buergerkrieg ausbrechen wuerde?! Wenn wir das verfilmen, wollen wir dann schoene Naturbilder vom Rhein oder den Alpen dazu sehen? Das wuerde wohl kaum zueinader passen - sei es denn nicht als Stilmittel eingesetzt.

Es wird fernerhin bemaengelt, dass es nur "einige mäßig spannende Konflikte" gaebe, "aber wirklich mitreißend" sei hier nichts. Wenn ich mir einen Kriegsfilm ansehe, dann ist das doch vom Thema her oft schon sehr schauerlich. Und dies hier ist ein Kriegsfilm, in dem Kinder kaempfen und sterben. "Maessig spannende Konflickte", obwohl Kinder eine Waffe in der Hand halten muessen und obwohl am Ende fast alle tot sind?! Wie abgebrueht muss ein Mensch sein, um zu solch einer Einstellung zu gelangen!

"Die Zurückhaltung bei Gewalt und Grausamkeiten" wird ausserdem bemaengelt. Wieviel Grausamkeiten sind notwendig zu zeigen, damit ein Kind, das dies sieht, Abscheu davor bekommt?! Darum muss es jedem Erwachsenen selbst ueberlassen bleiben, ob er diesen Film fuer sein Kind als nuetzlich und erzieherisch oder als zu frueh fuer kleine Augen einstufen tut.

Eine weitere Bemaengelung ist, dass es Regie und Schauspielern nicht gelaenge, Sympathien aufzubauen und den Zuschauer einzufangen.

Darin stimme ich nicht ein.

Soll gezeigt werden, wer hier die Boesen, wer die Guten sind? Ob Awet auf der Seite der Guten oder auf der Seite der Boesen kaempft? Das ist ja gerade das Belanglose. Es ist egal, fuer welche Seite gekaempft wird. Auf allen Seiten sind Fanatiker.

Soll Awet nicht bei den Kriegsliedern mit einstimmen, obwohl sie doch dafuer mit Lob und Anerkennung belohnt wird? Awet hat als Hintergrund immerhin ihre Erziehung im Kloster. Und im Laufe der Films wird ihre Abscheu von dem Leben, in das sie nach dem Klosterleben hier gefallen ist, offensichtlich. Sie will weg von der Front, nur weg von hier! Aber zu diesem Entschluss gelangt sie erst aufgrund von Erfahrungen, durch welche sie durch muss.

Wie nun eine Kind, das so eine behuetete Kindheit nicht erfuhr, welches nichts anderes kennt als mit der Rebellion - auf welcher Seite auch immer - zu leben? Wieviel weniger Mitgefuehl (Sympathie!) wird ein Mensch dann wohl fuer solch ein Kind uebrig haben!

(Old Rein)
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Old Rein
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BeitragThema: Re: Kommentare   Fr Apr 08, 2011 7:27 am

Habe FEUERHERZ heute zusammen mit meinem Sohn gesehen. Er war beeindruckt; und ich war es auch wieder.

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